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Beschreibung der Bahn

Beschreibung der Detmold Military Railway in einer Broschüre anlässlich des Besuchs von General Sir Guy C. Williams, KCB, CMG, DSO, the Chief Royal Engineer to 3 Railway Operating Group, RE, BOAC, bei der Detmold Military Railway am 5. Juni 1947. Anlässlich dieses Besuches wurde die Lokomotive 78672 in „The Sir Guy Williams“ umbenannt.



Der Zweck dieser Eisenbahnstrecke ist es, Eisenbahnpionieren Einrichtungen zum Betrieb einer Eisenbahn zur Verfügung zu stellen. Sie wurde als die für diesen Zweck geeignetste ausgewählt und den Royal Engineers im Frühjahr 1946 übergeben. Sie wurde formell am 1. Mai von M.G.A. und D. Tn. B.A.O.R. eröffnet. Die Strecke ist 48,6 km lang und verbindet den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Herford mit Altenbeken an der Reichsbahn-Hauptstrecke Hannover – Kassel. Transportation arbeitete die Strecke bis Himmighausen, 7 km vor Altenbeken, auf. Die Strecke besitzt exzellente Trainingsmöglichkeiten. Normaler Zivil-Personen- und Güterverkehr findet statt. Sie ist normalspurig und eingleisig. Es gibt Verkehr an allen Bahnhöfen und einen Lokschuppen in Detmold im Zentrum der Strecke, wo die Einheit, die die Männer zur Verfügung stellt, die die Betriebsführung übernehmen, ihr Hauptquartier hat. Detmold ist die Hauptstadt des Landes Lippe, das aus land- und forstwirtschaftlichem Land besteht. Es ist das Zentrum der Möbelindustrie und liefert grosse Mengen Nutzholz, das momentan zum Transport ins Vereinte Königreich verladen wird. In Lage ist die grösste Zuckerfabrik in der britischen Zone, und in der Zuckerrübensaison ist der Verkehr mit dieser Ware umfangreich.
Täglich werden rund 1100 Zugkilometer gefahren, aufgeteilt auf 12 Personen- und 8 Güterzüge sowie 3 Dieseltriebwagen. Die durchschnittliche wöchentliche Nettotonnage, die während der Sommersaison transportiert wurde, lag bei 36151 Tonnen, im Winter bei 28423 Tonnen. Das wird in diesem Jahr noch übertroffen werden.
Im Streckenteil Remmighausen – Horn gibt es eine Steigung von 1:89. Es gibt noch andere Steigungen und viele Kurven, die den Lokführern gute Übungsmöglichkeiten geben. Alle Bahnhöfe haben Gleise, die lang genug sind, um 120 Achsen lange Züge aufzunehmen. Es gibt einen zweigleisigen Tunnel von 1640 Metern Länge zwischen Himmighausen und Altenbeken im deutsch betriebenen Sektor.
Die Züge werden von einer Kontrollstelle in Detmold durch telefonische Kommunikation mit allen Blockstellen und Bahnhöfen überwacht. Die Telefone und die Miniatur-(?) Bedieninstrumente werden von vier Pionieren und vier Reichsbahn-Streckenwärtern instand gehalten.
Es gibt 6 War Department-W/D-1' D-„Austerities“, 3 Loks der deutschen Baureihe 50 (1' E), eine Lok der Baureihe 38 (2' C) und zwei Rangierloks der Baureihe 92 (D). Des weiteren gibt es eine 350 PS starke dieselelektrische Rangierlok der L.M.S. und einen 36-sitzigen Dieseltriebwagen.
Jede Dampflok legt wöchentlich etwa 400 Meilen (ca. 650 km) zurück, wobei sie 17 Tonnen Kohle und 12000 Gallonen (54,5 Kubikmeter) Wasser verbraucht. Laufende Reparaturen, periodische Untersuchungen und Kesselauswaschen werden von den Pionieren in Detmold durchgeführt. Maschinen, die grössere Reparaturen benötigen, werden zur No. 10 Rly. Mobile Workshops Company nach Herford überstellt, die unter dem Kommando der No. 3 Group steht.
Am 6. September 1946 und am 21. Januar 1947 wurde der Viadukt bei Brake auf der Hauptstrecke Bielefeld – Herford unsicher und 11 bzw. 14 Züge wurden zusätzlich zum normalen Verkehr über die DMR auf dem Abschnitt Herford – Lage umgeleitet. Dies bedeutete für das Personal der Strecke eine grosse Anstrengung, aber ihre Leistung war extrem anerkennenswert.
Als Ergänzung der praktischen Ausbildung gibt es eine Schule für die theoretische Unterweisung in Detmold, für das das 348 Railway Operating Squadron die Ausbilder stellt. Fahrdienstvorschriften werden vom Traffic Superintendent überwacht, die Lokomotivausbildung vom Loco Superintendent. Beide Offiziere stammen vom 348 Squadron. Die Auswahl der Auszubildenden und der Lehrplan der Kurse erfolgt vom 3 Group Headquarter und technische Inspektoren in Gruppenstärke überwachen die Ausbildung und nehmen die Prüfungen ab. Die Räumlichkeiten der Ausbildungsstätte sind letztlich in die Kaserne Werrestrasse umgezogen, in das auch das gesamte Squadron im April aus verschiedenen kleineren Unterkünften umgezogen ist. Das ist ein grosser Fortschritt. Die Ausstattung der Schule und der Aufbau der Modelleisenbahn mit Blockinstrumenten und Telefonen ist gerade beendet worden.
Es gibt Kapazitäten für 16 Personen starke Klassen für Blockwärter, Bremser/Rangierer und Heizer/Lokführer und kleinere Klassen für die höheren Ränge der Betriebsführung und Eisenbahningenieure. Auch wurden Klassen für Mechaniker Dampf und Diesel eingerichtet.
Seit die Strecke eröffnet wurde, wurden 114 Streckenbedienstete und 117 Lokpersonale ausgebildet und bestanden die abschliessenden Prüfungen. 54 Pioniere aus der Heimat werden momentan ausgebildet. Pioniere, die weitergebildet und zwischengeprüft werden, sind ebenfalls an der Schule.

Einige Statistiken:
Länge der Detmold Military Railway: 48,6 km
10 besetzte Bahnhöfe, betrieben von 142 Männern, davon
12 T. Os (Stationsvorsteher und Zugleiter)
5 Schuppenvorarbeiter und Assistenten
23 Blockwärter
27 Bremser/Rangierer
23 Lokführer
2 Lokführer Diesel
23 Heizer
21 Diesel- und andere Mechaniker, Kesselmacher, Schweisser u. ä. in Werkstätten
6 Verkaufs- und Verwaltungskräfte
Durchschnittliche Zahl von täglichen Zügen in jede Richtung:
6 Personen-, 4 Güterzüge, 2 Dieseltriebwagen
Durchschnittliche Tageslaufleistung: 1100 Zugkilometer
Durchschnittliche Nettotonnage:
Sommer 36.151 Tonnen
Winter 28.423 Tonnen
Hauptgüter: Landwirtschaftliche Produkte, Nutzholz, Kohle
6 Lokomotiven des War Department und 6 deutsche Lokomotiven sowie eine dieselelektrische Rangierlokomotive versehen ihren Dienst
Dampfloks laufen ca. 400 Meilen in der Woche und verbrauchen dabei 17 Tonnen Kohle und 12000 Gallonen Wasser.
Quelle: World War II Railway Study Group, England
Übersetzung: Jochen Löscher

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